Die Verkehrspolizei im russischen Gebiet Pensa arbeitet nach einem Bericht der „Novyje Izwestija“ mit der orthodoxen Kirche zusammen, um die Zahl der Verkehrsunfälle zu senken. Danach gehen seit Beginn diesen Monats Verkehrspolizisten gemeinsam mit Geistlichen auf die Streife. Verkehrssünder erwartet anstelle einer Strafe eine erbauliche Ansprache des kirchlichen Würdenträgers. Ein Sprecher der Verkehrspolizei der Stadt Kusnezk sagte, daß sich nach nur zwei Aktionen die Zahl der Unfälle bereits verringert habe. Während laut dem Bericht in Rußland bereits eine längere Tradition des Engagements der Kirche gegen Verkehrsunfälle besteht, werden immer wieder auch Geistliche wegen Verstößen festgenommen, unter anderem wegen Trunkenheit am Steuer oder Fahren ohne Führerschein. Als Randnotiz wird eine Debatte in Ungarn erwähnt, wo Priester für sich eine Ausnahme vom strengen Alkoholverbot am Steuer forderten, da sie beruflich Meßwein trinken müßten.
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Mittwoch, 3. Dezember 2008
Freitag, 15. August 2008
Orthodoxer Journalist wegen antisemitischem Film angeklagt
Wie kommersant.ru berichtet, hat in Sankt Petersburg gestern der Prozeß gegen Konstantin Duschenow begonnen. Dem Chefredakteur der Zeitung "Orthodoxe Rus" wird Anstachelung zum Rassenhaß vorgeworfen. Er soll einen Film unter dem Titel "Rußland mit Messer im Rücken. Jüdischer Faschismus und der Genozid des russischen Volkes" sowie ein gleichnamiges Buch verbreitet haben. Die orthodoxe Kirche hat sich von Duschenow distanziert. Auch wird von Seiten der Kirche die Meinung vertreten, Duschenows stünde hinter den "Ausfällen Bischof Diomids an die Adresse der Führung der russischen orthodoxen Kirche" (zum Fall Bischof Diomids siehe folgende Artikel bei "Window on Eurasia": hier und hier und hier und hier und hier und hier).
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Donnerstag, 14. August 2008
Kaukausus: Politik und Religion
In einem Artikel auf dem Portal grani.ru vertritt Nikolai Mitrochin die These, daß im Kaukasus der religiöse Faktor aus der Politik verschwunden sei. Vielmehr würden in den Konflikten lokale Interessen vertreten, wofür je nach Bedarf auch religiöse Parolen benutzt würden.
Als Beleg führt Mitrochin den Südossetien - Konflikt an, wo orthodoxe Russen und Südosseten gegen orthodoxe Georgier kämpften - und dies, obwohl die russische und die georgische Kirche traditionell gute Beziehungen haben. Gleichzeitig waren auch muslimische Einheiten sowie "Abenteurer" aus dem gesamten Kaukasus auf Seiten der Südossetier in die Kämpfe verwickelt.
Durch den Krieg in Georgien sieht Mitrochin die von russischen Nationalisten gerne ins Feld geführte Theorie von der "Einheit der Orthodoxie" sowie einer westlichen Verschwörung gegen selbige widerlegt. Während im Kosovo auf jede angezündete orthodoxe Kirche heftige Reaktionen erfolgten, wurden dieselben Vorkommnisse in Südossetien von religiösen Würdenträgern kaum kommentiert. Die Schlußfolgerung lautet: "Die Kirche ist eine soziale Organisation mit eigenständigen Interessen, wenn es ihr jedoch nütztlich ist, ist sie auch bereit, aktiv die "staatliche" Position zu vertreten." Im Augenblick widerspreche dies jedoch ihren "strategischen Interessen".
Als Beleg führt Mitrochin den Südossetien - Konflikt an, wo orthodoxe Russen und Südosseten gegen orthodoxe Georgier kämpften - und dies, obwohl die russische und die georgische Kirche traditionell gute Beziehungen haben. Gleichzeitig waren auch muslimische Einheiten sowie "Abenteurer" aus dem gesamten Kaukasus auf Seiten der Südossetier in die Kämpfe verwickelt.
Durch den Krieg in Georgien sieht Mitrochin die von russischen Nationalisten gerne ins Feld geführte Theorie von der "Einheit der Orthodoxie" sowie einer westlichen Verschwörung gegen selbige widerlegt. Während im Kosovo auf jede angezündete orthodoxe Kirche heftige Reaktionen erfolgten, wurden dieselben Vorkommnisse in Südossetien von religiösen Würdenträgern kaum kommentiert. Die Schlußfolgerung lautet: "Die Kirche ist eine soziale Organisation mit eigenständigen Interessen, wenn es ihr jedoch nütztlich ist, ist sie auch bereit, aktiv die "staatliche" Position zu vertreten." Im Augenblick widerspreche dies jedoch ihren "strategischen Interessen".
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Samstag, 28. Juni 2008
Orthodoxe Erklärung zu den Menschenrechten
Das Bischofskonzil der russischen orthodoxen Kirche verabschiedete am vergangenen Donnerstag ein Dokument über die "Grundlagen der Lehre der russischen orthodoxen Kirche zur Würde, Freiheit und den Rechten des Menschen" (Основы учения РПЦ о достоинстве, свободе и правах человека). Darin lassen sich verschiedene Tendenzen ausmachen. Im Einklang mit den traditionellen Forderungen von Menschenrechtlern steht die Forderung, daß "Privatleben, Weltanschauung und Wille des Menschen nicht Gegenstand totaler Kontrolle" sein dürften. Über das weltliche Verständnis von Menschenrechten geht die Erklärung dagegen hinaus, wenn sie betont, daß die Gesellschaft vor der "Erhebung materiellen Wohls in den Rang der wichtigsten Werte" geschützt werden müsse. Und in Widerspruch zu traditionellen Menschenrechten setzt sich die Kirche schließlich, wenn sie erklärt, daß sich die "Schmähung von Heiligtümern" nicht unter Verweis auf die Rechte von Künstlern, Schriftstellern und Journalisten rechtfertigen ließe. Gerade um das Verhältnis von Freiheit der Kunst einerseits und religiösem Empfinden andererseits hatte es in Rußland in den vergangenen Jahren immer wieder Auseinandersetzungen gegeben.
Quelle: Православная декларация прав человека
Quelle: Православная декларация прав человека
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